Monitoring und Mitwirkung bei naturschutzrelevanten Forschungsaktivitäten
im Naturpark Fränkische Schweiz - Frankenjura
Monitoring ist ein wichtiges Instrument im Naturschutz. Mit standardisierten Methoden werden wissenschaftlich fundierte Daten über Arten und Artengruppen, Lebensräume und Ökosysteme erhoben. Um nicht nur mit einer Momentaufnahme den jeweils aktuellen Zustand zu erfassen, sondern auch Veränderungen und Probleme erkennen zu können, sind Monitoringprogramme langfristig angelegt. Die Datenerhebung findet kontinuierlich oder wiederholt in festgelegten Zeitabständen statt.
Mithilfe der im Monitoring erhobenen Daten kann auf problematische Entwicklungen reagiert und entsprechende Naturschutzmaßnahmen ausgewählt werden. Bereits laufende Maßnahmen können auf ihre Wirksamkeit geprüft und wenn nötig angepasst werden. Monitoringdaten bilden dabei nicht nur die Grundlage für Entscheidungen in lokalen Naturschutzprojekten, sondern auch in der nationalen und internationalen Naturschutzpolitik.
Auch die Naturpark-Ranger*innen leisten ihren Beitrag im Bereich Monitoring. Sie beobachten und erfassen die Entwicklung von Arten in Naturschutzprojekten und unterstützen mit ihrer Arbeit im Naturpark-Gebiet auch überregionale Monitoringprogramme.
Beispiele für die Monitoring-Aktivitäten der Naturpark-Ranger*innen im Naturpark Fränkische Schweiz – Frankenjura:
- Feuersalamander: lokale Voruntersuchungen zur Auswahl geeigneter Schutzmaßnahmen
- Wendehals, Wiedehopf und Steinkauz: Verbreitungs- und Bruterfolgs-Kontrollen in aufgehängten Nistkästen bzw. Brutröhren in Kooperationsprojekten
- Deutscher Sandlaufkäfer: Populationsbeobachtungen in bekannten Habitaten um bei Bedarf lebensraumaufwertende Maßnahmen durchzuführen in Kooperation mit Gebietsbetreuung Obermain-Jura
- Gartenschläfer: Unterstützung des bundesweiten Projekts „Spurensuche Gartenschläfer“ (2018-2024) zur Überprüfung von Altnachweisen und Feststellung der aktuellen Verbreitung sowie weitere Nachweis-Versuche
- Fledermäuse: Unterstützung der Koordinationsstelle Fledermausschutz Nordbayern bei Wochenstuben- und Winterquartierzählungen
- Große Beutegreifer: Unterstützung des Bayerischen Landesamts für Umwelt beim Monitoring
- Amphibien: Monitoring seltener Amphibienarten wie Kammmolch und Laubfrosch
- Felsenbrüter: Brut-Erfolgsmonitoring an ausgewählten Felsen z.B. vom Wanderfalken
Außerdem unterstützen die Naturpark-Ranger*innen Wissenschaftler*innen und Behörden bei der Erhebung weiterer Daten zu naturschutzrelevanten Fragestellungen im Naturpark-Gebiet:
- Austausch und Zusammenarbeit mit der Sportökologie des Bayreuther Zentrums für Sportwissenschaften der Universität Bayreuth zur Auswirkung sportlicher Freizeitnutzung auf die Natur
- Mehlbeeren: Auffinden von Mehlbeeren-Standorten für Populationsuntersuchungen mit gemeinsamen Aufruf zum Citizen-Science-Projekt Mehlbeeren-Meldemarathon (Sportökologie, Universität Bayreuth)
- Nymphenfledermaus: Unterstützung des Projekts Fledermaus-Monitoring Stadt und Landkreis Forchheim beim Aus- und Einbringen von Batdetektoren für das Nmyphenfledermaus-Projekt 2019/20 des Bayerischen Landesamts für Umwelt zur akustischen Suche der Nymphenfledermaus in Frankens Wäldern
- Betreuung von Studierenden bei Studienpraktika und Bachelorarbeiten.
- Unterstützung bei Datenerhebungen z.B. zum Thema Besucherlenkung, Arterhebungen, etc.