Blick in einen Nadelwald mit hoch aufragenden Bäumen

Wälder

Rückszugsorte für Mensch und Tier

Etwa 42% der Fläche unseres Naturparks sind mit Wald bestückt. Dabei bestehen die Flächen großteils aus natürlichen oder naturnahen Waldgesellschaften aus, es gibt aber auch Fichten- und Kiefernforste. Der Veldensteiner Forst ist eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete Bayerns und hat einst dem Naturpark seinen Namen gegeben.

Neben dem Offenland, das hier bei uns eine sehr große Artenvielfalt birgt, gibt es natürlich noch den Wald. Wälder sind so vielfältig, dass wir hier nicht alle beschreiben können. Wir möchten euch aber die wichtigsten und charakteristischsten Waldtypen unseres Naturparks vorstellen.

Hang-/Schluchtwälder

Durch die vielen Taleinschnitte und steilen Hänge, die es bei uns im Naturpark Fränkische Schweiz-Frankenjura gibt, ist ein häufiger Waldtyp bei uns der Schlucht- und Hangmischwald. Die große Besonderheit hier ist, die Beweglichkeit des Untergrunds und die damit verbundenen Kräfte (z.B. Geröllbewegungen, Felsabbrüche, Erosion). Auch das besondere lokale Klima, das zum Beispiel durch wenig Sonne und damit höhere Feuchtigkeit bestimmt ist, macht diesen Waldtyp besonders.

Hier ist der Lebensraum unseres auffälligsten Amphibiums, des Feuersalamanders. Er braucht das feuchte Klima, die vielen Versteckmöglichkeiten und die hier häufig zu findenden Quellaustritte und Quellbecken.

Dolomitkiefernwald und sarmatische Kiefernwälder

Dieser licht bestockte Waldtyp ist ein Relikt aus alten Zeiten. Es sind die letzten Inseln des natürlichen Verbreitungsgebietes der Kiefer, die sich meist auf flachgründigen, nährstoffarmen und kalkreichen Böden befinden. Hier befinden sich auf dem Boden ganz besondere und spezialisierte Pflanzen- und auch Tierarten. Zum Beispiel die Küchenschelle, zahlreiche hochspezialisierte Flechtenarten oder auch Orchideenarten.

Größte Gefahr für diesen Waldtyp ist die Einwanderung der Buche oder Fichte, die das Mikroklima verändert und Spezialisten verdrängt.

Mittelwälder

Diese sehr besondere und früher weit verbreitete Art der Nutzung hat einen sehr speziellen Lebensraum hervorgebracht. Bei der Mittelwaldnutzung haben Eigentümergemeinschaften den Wald in zwei Schichten eingeteilt. Das Oberholz, das aus Altbäumen besteht. Meist sind es edle Laubbaumarten die hier groß und stark werden dürfen. Die zweite Schicht ist das Unterholz, das etwa alle 10-30 Jahre für die Holzgewinnung geerntet wird. Die Gehölze werden oft nur auf den Stock gesetzt und können dann wieder austreiben.

Dadurch ist auf der Bodenschicht ganz besondere Kraut- und Strauchflora entstanden, die sich an die große Lichtverfügbarkeit und die meist flachgründigen und nährstoffarmen Böden angepasst hat. Hier finden sich neben Orchideenarten, lichtliebenden Mehlbeerenarten auch viele Schmetterlinge, holzzersetzende Käfer und auch Reptilien.

Orchideen-Kalkbuchenwälder

Auf unseren kalkreichen, flachgründigen Böden an trockenwarmen Standorten fühlen sich auch besonders Orchideen-Kalkbuchenwälder wohl. Wie der Name schon sagt, ist diese Waldgesellschaft auf Kalkböden wie dem Frankenjura zu finden und Orchideen wachsen in der Krautschicht. Bei uns im Naturpark gibt es über 40 Orchideenarten. In der Baumschicht befinden sich vor allem Buchen, aber auch einzelne Eichen, Feldahorn, Mehlbeere und Elsbeere, Vogelbeere und Sommerlinde.

Wusstest du? Alle genannten Waldtypen (außer Mittelwald) sind übrigens über die Natura2000 Richtlinie europarechtlich geschützt. Sie befinden sich alle in Anhang I dieser Richtlinie und unterliegen damit dem Verschlechterungsverbot. Sie müssen also geschützt und erhalten werden.

Der Veldensteiner Forst, der einst dem Naturpark seinen Namen verlieh, ist eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete Bayerns. Hier lebt das Rotwild, unsere größte heimische Wildart. Rotwild darf in Bayern nur in behördlich ausgewiesenen Rotwildgebieten leben. Der Veldensteiner Forst ist ein solches Gebiet. Die Tiere sind in Rudeln unterwegs, die aus Familiengruppen von bis zu 30 Tieren bestehen können.

Blick in einen Buchenwald mit hohen Baumstämmen.
Blick in einen Nadelwald mit hoch aufragenden Bäumen
Blick auf einen Hang, der mit hohen Kieferbäumen bewachsen ist.
Blick auf laublose Bäume in Hanglage.
An Fuße eines massiven Felsblocks wächst ein Bäum schräg empor.
Ein kerzenartige Pflanze mit rotbraunen blüten wächst vor einem baum