Auf einem Felsen sitze ein bräunliche Schrecke

Insekten

Es summt und brummt und krabbelt

Wusstest du, dass mehr als 75% aller Tierarten Insekten sind?? Aktuell sind etwa 1,2 Millionen Insektenarten weltweit beschrieben. Man geht aber von weitaus mehr Arten aus. Viele Lebensräume sind noch nicht erforscht und es werden immer wieder zahlreiche neue Arten beschrieben. Natürlich gibt es auch bei uns im Naturpark zahlreiche Insekten. Wie ihr vielleicht wisst, sind viele Insekten bedroht.

Insekten sind unglaublich wichtige Teile in unseren Ökosystemen und für die Stabilität dergleichen verantwortlich. Je größer die Artenvielfalt, desto stabiler ist dieses Ökosystem gegenüber Umwelteinflüssen, Störungen oder Veränderungen. Wenn die Artenvielfalt kleiner ist kann es leichter passieren, dass Einflüsse von außen ein Ökosystem nachhaltig verschlechtern oder zerstören.

Insekten haben in Ökosystemen verschiedene sehr wichtige Aufgaben. Dazu gehören

  • der Abbau organischer Masse (also tote Pflanzen, Tiere, Bakterien, Pilze, Kot, …)
  • die Verbreitung von Samen
  • die Schädlingskontrolle (Wespen beispielsweise vertilgen enorme Mengen von Pflanzenschädlingen)
  • sie sind Nahrungsgrundlage für zahllose Tiere (Vögel, Fledermäuse, Reptilien, Spitzmäuse, …)
  • die Erhöhung der Bodenfruchtbarkeit und Durchlüftung
  • Bestäubung (84% aller genutzten Pflanzen der EU von Insekten bestäubt)

Man kann sich etwa ausmalen welche Auswirkungen es hat, wenn die Insekten aussterben würden. Doch leider ist ein Großteil unserer Insektenarten bedroht und die Artenvielfalt und Anzahl der Insekten ist in den letzten 30 Jahren drastisch gesunken. Die Krefelder Studie hat beispielsweise nachgewiesen, dass zwischen 1989 und 2016 76% der Fluginsekten-Biomasse in Deutschen Schutzgebieten abgenommen hat. Viele merken diesen Wandel auch an der inzwischen sehr sauberen Windschutzscheibe nach längeren oder nächtlichen Autofahrten.

Am besten kann man Insekten schützen indem man:

  • ihre Lebensräume schützt
  • intakte Lebensräume miteinander vernetzt
  • intensive Landwirtschaft vermeidet
  • besonders den Pestizideinsatz eindämmt (z.B. ungespritzte Lebensmittel kaufen)
  • auf eine schonende und insektenfreundliche Mahd achtet oder sanft beweidet
  • etwas gegen den Klimawandel unternimmt
  • Feuchtlebensräume schützt oder wiederherstellt
  • im Garten etwas Wildnis zulässt (z.B. Stauden über den Winter bis zum April stehen lassen, Brennnesseln stehen lassen, unordentliche Ecken zulassen, offene Bodenstellen schaffen, heimische Blühpflanzen und Gehölze pflanzen …)

Insekten im Naturpark

Ganz besondere Insekten finden sich bei uns auf den artenreichen Magerrasen und Felsstandorten. Denn hier leben die spezialisierten Arten, die sich auf die seltenen Pflanzenarten angepasst haben. Viele Insektenarten benötigen eine ganz bestimmte Pflanzengattung, um zu überleben. Ein Ergebnis Jahrtausende und Jahrmillionen langer gemeinsamer Evolution von Pflanzen und Tieren.

Eine sensible Seltenheit ist beispielsweise die Gewöhnliche Gebirgsschrecke (Podisma pedestris). In Deutschland ist sie hochgradig vom Aussterben bedroht. Vor allem die außeralpinen Populationen sind vom Rückgang bedroht, da diese nur noch verinselt vorkommen. Sie leben gerne auf sonnenexponierten, trockenen, spärlich bewachsenen Standorten.

Eine weitere Besonderheit ist der rote Apollofalter (Parnassius apollo), der im Naturpark nur noch wegen intensiver Artenhilfsprogramme vorkommt. Die Raupen sind bei ihrer Entwicklung, wie viele spezialisierte Insektenarten, auf eine bestimmte Pflanzengattung angewiesen. Sie benötigen Sedum-Arten (z.B. weißer Mauerpfeffer).

Aber auch zahlreiche andere Insekten sind auf diesen kargen Lebensraum angepasst. Zum Beispiel

  • viele unserer über 600 in Deutschland vorkommenden Wildbienenarten
  • Ameisenlöwen, die kleine Trichter graben und dort andere Tiere jagen 
  • Ameisenarten, die fleißig Samen verbreiten, z.B. des duftenden Thymians, der auf ihren Nestern wächst
  • Sandlaufkäfer und zahllose andere Käferarten
  • zahlreiche Fliegenarten, die besonders wichtige Bestäuber sind
  • Grabwespen, die gerne andere Insekten an ihre Larven verfüttern
  • Hunderte Zikadenarten, die großteils auch auf bestimmte Futterpflanzen angewiesen sind
  • Heuschreckenarten, die besonders auf magere, offene Lebensräume angepasst sind
  • und viele mehr

Gerne nehmen dich unsere Ranger*innen auch mit auf spezielle Insektentouren, schau hier mal ins Programm.

Ein schwarz-rotes Insekt krabbelt an einem Halm empor
Ein Trichter im sandigen Boden führt zur Behausung des Ameisenlöwen
Eine weiß blühende fetthenne
Ein grau-schwarzer Schmetterling mit roten tupfen
Auf einem Felsen sitze ein bräunliche Schrecke
Ein grünes Heupferd sitzt auf einem Halm
verschiedene insekten sitzen auf bunt blühenden wildblumen