Fledermäuse
Lautlose Jäger der Nacht
Meist nehmen wir sie nur als geheimnisvolle Schatten in der Dunkelheit war, die mit ihrem wendigen Flug den nächtlichen Himmel erobert haben – Fledermäuse. Der Naturpark bietet mit seiner abwechslungsreichen, kleinteiligen Natur- und Kulturlandschaft und seinem großen Angebot an Winterquartieren Lebensraum für 20 der 25 in Bayern nachgewiesenen Fledermausarten.
Scheinbar lautlos und im Blindflug bewegen sich Fledermäuse durch die Nacht, doch der Eindruck täuscht. Um sich in der Dunkelheit zurechtzufinden, nutzen sie eine besondere Orientierungsmethode: die Echoortung. Dabei stoßen Fledermäuse Rufe im Ultraschallbereich zwischen ca. 20-140 kHz aus, die für menschliche Ohren nicht hörbar sind. Das Echo, das zurückgeworfen wird, wenn die Schallwellen der Rufe auf ein Hindernis treffen, ermöglichen es der Fledermaus sich zu orientieren und zielsicher auf Beutejagd zu gehen.
Heimische Fledermausarten ernähren sich von Insekten. Dabei können sie in einer Nacht eine Insektenmenge aufnehmen, die bis zu einem Drittel ihres Körpergewichts entspricht. Bei der Zwergfledermaus (Pipistrellus pipistrellus), einer unserer kleinsten Fledermausarten, können so in einer Nacht schätzungsweise etwa 1000 Insekten im Fledermausmagen landen.
Den Tag verbringen Fledermäuse ruhend und versteckt in Quartieren, die sich je nach Art und Vorliebe in und an Gebäuden, Felsen oder Bäumen befinden können. Fledermausweibchen tun sich von Juni bis August in sogenannten Wochenstuben zusammen, um in der Gemeinschaft ihr meist einzelnes Jungtier großzuziehen. Kleine Wochenstuben umfassen nur etwa fünf bis dreißig Tiere, Während die sich meist in Dachböden größerer Gebäude wie Kirchen und Schlösser befindlichen Wochenstuben des Großen Mausohrs (Myotis myotis) mehrere Hunderte bis Tausende Tiere umfassen können.
Winterruhe
Um den insektenarmen Winter zu überstehen, verschlafen ihn Fledermäuse in kühlen, frostfreien und feuchten Winterquartieren. Dort verlangsamen sie ihren Stoffwechsel inklusive Herzschlag und Atmung drastisch und senken ihre Körpertemperatur bis auf wenige Grad über dem Gefrierpunkt. So reduzieren sie ihren Energieverbrauch auf ein Minimum und können von ihren im Herbst angefressenen Fettreserven zehren. Bei Störungen wachen die Tiere unter hohem Energieverbrauch aus dem Winterschlaf auf. Passiert dies zu oft, ist es möglich, dass die Fettreserven nicht mehr ausreichen um die harte Jahreszeit zu überstehen und Fledermäuse sterben. Deshalb dürfen Fledermauswinterquartiere, wie Höhlen, Erdkeller und Stollen, vom 1. Oktober bis zum 31. März nicht betreten werden.
Gefährung und Schutz
Weitere Gefährdungen für Fledermäuse sind ausgeräumte, eintönige Landschaften, Nahrungsmangel durch Insektenrückgang, Vergiftung durch Insektizide oder Holzschutzmittel, der Verlust von Quartieren in und an Gebäuden und alten Bäumen und die zunehmende nächtliche Lichtverschmutzung. Viele Fledermausarten sind gefährdet, weshalb alle heimischen Fledermäuse und ihre Quartiere gesetzlich besonders und streng geschützt sind.
Ganz besonders gefährdet und sehr selten ist dabei die Kleine Hufeisennase (Rhinolophus hipposideros). Galt sie vormals in Nordbayern bereits als ausgestorben, konnten in den letzten Jahren einige wenige vorher unbekannte kleine Kolonien entdeckt werden. Auch der Naturpark unterstützt die Schutzbemühungen zum Erhalt der Kleinen Hufeisennase.
Noch Fragen?
Wer Fragen zum Thema Fledermäuse hat und wissen möchte wie er die nächtlichen Jäger mit einem naturnahen Garten oder der Schaffung von Quartieren unterstützen kann, wendet sich am besten an die ehrenamtlichen Fledermaus-Fachberater der Unteren Naturschutzbehörden, Naturschutzverbände oder die Naturpark-Ranger*innen.