Reptilien und Amphibien
Faszinierende Arten der vielfältigen Landschaft
Der Naturpark Fränkische Schweiz – Frankenjura beheimatet einige, teils bedrohte, Reptilien und Amphibien. Mit seinen vielfältigen Lebensräumen – von feuchten Wäldern und Bächen bis hin zu Kalkfelsen und trockenen Wiesen – bietet die Region ideale Bedingungen für eine Vielzahl von Tierarten. Diese Tiere sind nicht nur faszinierende Bewohner des Naturparks, sondern spielen auch eine wesentliche Rolle im Ökosystem. Der Schutz dieser Arten und ihrer Lebensräume ist daher von besonderer Bedeutung, da viele von ihnen auf die Erhaltung spezifischer Umweltbedingungen angewiesen sind.
Reptilien im Naturpark: Sonnige, trockenere Lebensräume
Die Reptilien im Naturpark Fränkische Schweiz – Frankenjura sind mit etwas Glück vor allem an wärmeren Tagen zu entdecken. Die wechselwarmen Tiere nutzen z.B. die, von der Sonne erwärmten, Felsen, um ihre Körpertemperatur zu erhöhen und somit ihren Stoffwechsel und ihre Aktivität in Gang zu setzen. Hier ein paar Beispiele für Reptilien aus dem Naturpark.
- Schlingnatter (Coronella austriaca)
Die Schlingnatter ist eine relativ kleine und harmlose Schlange, die in den wärmeren Bereichen des Naturparks vorkommt. Sie ist sehr gut getarnt und eher unbekannt. Sie wird häufig mit der Kreuzotter verwechselt, was sich aber schon alleine durch einen Blick in die Augen widerlegen lässt. So hat die Schlingnatter runde Pupillen und die Kreuzotter länglich geschlitzte. Ihr Lebensraum umfasst sonnige Waldränder, Steilhänge und strukturreiche Gebüschflächen, sowie die felsdurchsetzten Magerrasen des Naturparks. Sie bevorzugt Gebirgslagen mit trocken-warmen Bereichen, wo sie auf die Jagd nach kleinen Wirbeltieren, wie z.B. Eidechsen und Mäusen, geht. - Zauneidechse (Lacerta agilis)
Die Zauneidechse ist eine weit verbreitete Eidechsenart, die vor allem in offenen, sonnigen Lebensräumen wie Waldrändern und Hecken zu finden ist. Sie bevorzugt strukturreiche Bereiche mit ausreichend Versteckmöglichkeiten, wie zum Beispiel Steinriegel oder Gestrüpp. Vor allem in der Paarungszeit fallen die Männchen durch ihre grünliche Färbung auf. Auch diese Art ist auf warme Tage angewiesen, da sie als wechselwarme Tiere ihre Körpertemperatur durch Sonnenbaden reguliert. Auf dem Speiseplan der Zauneidechsen stehen unter anderem Insekten, Spinnen, Würmer oder Schnecken. - Waldeidechse (Zootoca vivipara)
Die etwas zierlichere Waldeidechse mag es im Gegensatz zu den anderen heimischen Eidechsenarten gerne etwas feuchter und bevorzugt kühlere Lebensräume. Man findet sie vor allem in lichten Wäldern, auf feuchten Wiesen sowie in Bereichen mit schattigerer Vegetation. Dort nutzt sie die Krautschicht und Sträucher als Versteck vor Hitze und Kälte. Eine Besonderheit dieser Art: Im Gegensatz zur Zauneidechse legt sie keine Eier, sondern bringt ihre Jungtiere lebend zur Welt. - Kreuzotter (Vipera berus)
Die Kreuzotter ist eine seltene heimische Giftschlange und in Bayern als „stark gefährdet“ auf der Roten Liste geführt. Sie bevorzugt kühlere, feuchte und strukturreiche Lebensräume mit offenen Flächen wie lichte Wälder, Moorwiesen, Schneisen oder Waldränder. Im Naturpark ist sie zum Teil in lichten Nadelwäldern zuhause. Wichtig sind zudem Sonnenplätze und Verstecke (z. B. unter Steinen, Laubhaufen oder Totholz), sowie geeignete Rückzugsgebiete für den Winter. Die Kreuzotter ernährt sich unter anderem von Kleinsäugern, Amphibien aber auch anderen Reptilien wie z.B. die Waldeidechse.
Amphibien im Naturpark: Feuchte Lebensräume als Heimat
Die Amphibien des Naturparks Fränkische Schweiz - Frankenjura sind in strukturreichen, feuchteren Lebensräumen mit guten Versteckmöglichkeiten beheimatet und kommen an einer Vielzahl von Gewässern vor – von Bächen, Teichen und Tümpeln bis hin zu Feuchtgebieten und Kleinstgewässern. Diese Tiere benötigen sowohl geeignete Fortpflanzungsgewässer als auch geeignete Landhabitate, weshalb der Schutz von Gewässern und den entsprechenden Landlebensräumen von zentraler Bedeutung für ihren Erhalt ist. Hier ein paar Beispiele für Amphibien aus dem Naturpark.
- Feuersalamander (Salamandra salamandra)
Der Feuersalamander ist eines der markantesten Amphibien im Naturpark. Er lebt bevorzugt in feuchten Laubwäldern, in denen sich kleine Bäche und Quellen befinden. Feuersalamander sind besonders nachtaktiv und verstecken sich tagsüber in feuchten, schattigen Bereichen wie unter Steinen, Totholz oder Laub. Ihre auffällige schwarze Färbung mit gelben Flecken dient dabei nicht nur als Erkennungsmerkmal, sondern als Warnung vor ihrer Giftigkeit. Der Feuersalamander ist besonders auf saubere, kühle Gewässer angewiesen, in die er seine Larven lebend zur Welt bringt. - Kammmolch (Triturus cristatus)
Der Kammmolch ist ein weiteres bemerkenswertes Amphibium des Naturparks. Er bevorzugt größere Teiche und benötigt für seine Fortpflanzung ruhige Gewässer mit einer reichen Vegetation, in welcher seine Larven Schutz finden. Die auffällige Kammstruktur an seinem Rücken, die am Übergang von Rücken zu Schwanz eingebuchtet ist, macht ihn in seiner Wassertracht gut erkennbar. Zudem hat dieser große Molch eine gelb/orange Unterseite mit dunklen Flecken. - Erdkröte (Bufo bufo)
Die Erdkröte ist eines der bekanntesten Amphibien, welches auch hier im nördlichen Frankenjura vorkommt. Sie lebt bevorzugt in feuchten Laub- bzw. Laubmischwäldern und an Waldrändern und kehrt zur Fortpflanzung zurück an ihre Laichgewässer wie Teiche oder Weiher mit geeigneten Strukturen. Nach der Fortpflanzung kehrt sie meist relativ schnell wieder in ihre sommerlichen Lebensräume zurück, die sie unter Laub oder in Erdhöhlen findet. Dort ernährt sie sich z.B. von Ameisen, Käfern, Spinnen oder Schnecken und Würmern. - Knoblauchkröte (Pelobates fuscus)
Die Knoblauchkröte ist eine heimliche Bodenbewohnerin, die sich tagsüber rückwärts mit den Hinterbeinen eingräbt und nachts aktiv wird. Im Naturpark bevorzugt sie lockere, sandige Böden in Flusstälern oder an Ackerrändern, wo sie Insekten und Würmer jagt. Insgesamt ist sie aber sehr selten. Auffällig sind unter anderem ihre senkrecht, schlitzförmigen Pupillen. Aber auch ihre Larven sind mit ihrer Größe von bis zu 20 cm Länge sehr eindrucksvoll. - Kreuzkröte (Bufotes viridis)
Die Kreuzkröte, deren Name wahrscheinlich von dem Längsstrich auf ihrem Rücken kommt, ist eine Bewohnerin von trockeneren, warmen Flächen mit spärlicher Vegetation und einem lockeren Boden, der sich zum Graben eignet. Auch ihre bevorzugten Gewässer sind eher vegetationsarm und flach z.B. in alten Steinbrüchen. Neben dem Laubfrosch ist ihr Ruf einer der Lautesten im Reich der heimischen Amphibien und ist weithin hörbar. - Gelbbauchunke (Bombina variegata)
Die Gelbbauchunke ist klein, aber unverwechselbar durch ihre gelb-gefleckte Bauchzeichnung und ihre herzförmigen Pupillen. Die Oberseite ist mit einer lehm- bzw. olivfarbenen Tönung eher unscheinbar. Auch ihre Rufe verraten Sie nur bei genauem Hinhören, da diese aufgrund der nicht vorhandenen Schallblase im Vergleich zu anderen Amphibien eher leise ausfallen. Sie ist eine sogenannte Pionierart und besiedelt unter anderem frisch entstandene Gewässer. Dabei bevorzugt sie temporäre Kleingewässer, wie Fahrspuren, Quelltümpel oder wassergefüllte Gruben.
Gefährdung und Schutz
Die Lebensräume von Reptilien und Amphibien im Naturpark Fränkische Schweiz – Frankenjura und darüber hinaus sind in vielerlei Hinsicht bedroht. Intensive landwirtschaftliche Nutzung, Gewässerverunreinigungen, die Zerstörung von Lebensräumen durch Urbanisierung und die Zerschneidung von Landschaften durch Straßenbau und andere Infrastrukturmaßnahmen und nicht zuletzt der Klimawandel stellen große Herausforderungen für die Tiere dar. Besonders die Zerstörung von Laichgewässern und das Fehlen von Rückzugsräumen wie Totholz- und Steinhaufen wirken sich negativ auf die Bestände aus.
Der Schutz dieser Arten erfordert daher gezielte Maßnahmen, wie die Renaturierung von Gewässern, das Anlegen von Rückzugsgebieten, die Förderung naturnaher Landschaften und die Vermeidung von Lebensraumfragmentierung. Das Schaffen von Feuchtgebieten, die Pflege von Gewässerrändern und das Aufstellen von Totholzhaufen sind nur einige der Maßnahmen, die zur Erhaltung der Reptilien- und Amphibienpopulationen im Naturpark beitragen können.
Der Naturpark Fränkische Schweiz - Frankenjura ist ein bedeutendes Refugium für viele bedrohte Reptilien- und Amphibienarten. Um diese faszinierenden Tiere zu bewahren, ist der Schutz ihrer natürlichen Lebensräume ein essenzieller Bestandteil des Naturschutzes in der Region. Nur so kann gewährleistet werden, dass auch zukünftige Generationen die Möglichkeit haben, diese Arten in ihrer natürlichen Umgebung zu erleben.